Kommunikation über Technologien stellen.

Wir führen ein digital geführtes Leben

Tagtäglich sind wir umgeben von Technologie. In Verpackungen stecken RFID Chips, unsere Laufschuhe sind mit unserem Smartphones vernetzt, Cloud Computing ermöglicht Zugriff auf Daten von verschieden Geräten und dank GPS Navigation wird uns das Verfahren immer schwerer gemacht.

Kurz: Prozessoren und Mikrochips vernetzen alles und jeden miteinander und ermöglichen uns eine nahezu unbegrenzte Breite an Kommunikation.

Man muss kein Nostradamus sein, um zu prophezeien, dass der technische Wandel immer weiter an Fahrt aufnehmen wird. Beste Beispiele dafür sind die derzeitigen Forschungen und Entwicklungen in den Bereichen Nano-Technologie und Bioengineering.

Diese rasanten Entwicklungen beeinflussen selbstverständlich auch Unternehmen, die sich zwangsläufig mit den technischen Möglichkeiten auseinandersetzen müssen. Das bedeutet jedoch nicht, möglichst auf jeden Zug der technischen Neuentwicklung aufzuspringen. Vielmehr ist es für Unternehmen von höchster Wichtigkeit, zu wissen, wo der Zug hinfährt und wer denn seine Passagiere sind.

Kurz: Es kommt nicht darauf an, möglichst breit zu kommunizieren, sondern möglichst tief. Die Frage lautet: Passt die technische Basis zu dem, was ich als Unternehmen zu sagen habe?

3 Thesen für einen entspannten Umgang mit technologischen Entwicklungen:

1. Die Technik hat nichts zu sagen – Sie schon.

Ein schönes Beispiel für den falschen Weg war der Hype um Second Life. Viele Unternehmen sahen sich dazu veranlasst, diese neuartige technische Plattform zu nutzen und virtuelle Filialen zu eröffnen – virtuelle Orte, die heute verwaist sind.
Was hört man jetzt noch von Second Life? Es schien so, als ob viele Unternehmen unbedingt „dabei sein“ wollten und sich wenig Gedanken über Zielgruppe, Nutzerverhalten und generell über den Nutzen gemacht haben. Ein klarer Fall von Technologiehörigkeit.

Der Umgang vieler Unternehmen mit Twitter und Facebook ist vergleichbar. Zweifellos ist für sie eine Präsenz auf Facebook oder ein Account auf Twitter wichtig und aus Marketingsicht zwingend notwendig – aber bitte nur, wenn auch klar ist, was denn damit geschehen soll bzw. was das Ziel ist. Es gilt zuerst zu bedenken, was man eigentlich sagen, wie man wirken möchte und in welcher Form man mit seinen Kunden kommunizieren möchte, um dann im Anschluss den richtigen Kanal (die Technik) festzulegen. Der kanadische Medien-Theoretiker Marshall McLuhan drückte mit seinem Satz: „Das Medium ist die Botschaft“ bereits vor dem Internetzeitalter aus, dass die wesentlichen Eigenschaften eines Mediums erheblich bestimmen, wie es von den Konsumenten wahrgenommen wird und damit auch, welche Inhalte darin funktionieren.
So kann es durchaus sein, dass man nach reichlicher Überlegung zu dem Schluss kommt, dass nicht etwa Facebook, sondern eventuell eher ein Blog der Kanal der Wahl ist.

2. Nicht das Ziel haben Innovationsführer zu sein, sondern das Ziel haben, es besser zu machen.

In diesem Zusammenhang werden gerne Google und Facebook genannt. Beide waren nicht die erste Suchmaschine respektive das erste soziale Netzwerk. Aber sie haben das jeweilige – bereits vorhandene – Konzept weitergesponnen und es besser gemacht als Ihre Vorgänger. Sie waren in vielerlei Hinsicht kreativer als ihre Vorgänger.

Ein weiteres Beispiel liefert Apple. Apple hat das Smartphone nicht erfunden, die Bedienung aber simpler und einfacher gemacht als die Wettbewerber und hatte damit Erfolg. Das besondere am Fall iPhone war, dass das Handy technisch seinen Konkurrenten unterlegen war. Aber die Nutzer wollten kein Handy mit allem möglichen Schnickschnack, sondern sie wollten intuitive Bedienung und Möglichkeiten der Personalisierung (Apps).

3. Alle Macht der Usability und der User Experience

Die schönste Technik ist dahin, wenn es keiner zu bedienen weiß. Jeder, der stundenlang mit einer dürftig übersetzten Bedienungsanleitung vor seinem Videorecorder kniete, kann hiervon ein Lied singen.

Kurzum: Die Bedienbarkeit und eine positive Erfahrung beim User sind wichtiger als technische Raffinessen.

Ein weiteres Beispiel: Es gibt über 5.000 Apps in der Kategorie Fotografie im App Store. Wenn wie hier die technischen Möglichkeiten gleich sind (in diesem Fall Apples SDK), muss man sich über die Usability und die User Experience differenzieren. Nicht die als erste entwickelte Fotografie-App setzt sich durch, sondern die, die dem User den höchsten Nutzen bringt.

Man sollte generell in jeder Neukonzeption von der User Experience ausgehen. Was wird verlangt, damit der Nutzer eine positive Erfahrung hat? Was sind die Anforderungen? Wie lassen sich Einfachheit, Design und Technik im Sinne des Users am besten vereinen?
Erst wenn solche Fragen beantwortet sind, kann man die Frage nach der rein technischen Lösung angehen.

Dies bedeutet konkret: Nicht von vornherein sagen, man benötigt unbedingt eine App. Vielleicht stellt sich heraus, dass der richtige Weg eine mobile Website sein wird.

Indem man die Kommunikationsziele in den Vordergrund stellt, hält man sich alle Optionen offen. Denn nur durch die Technik erzielen die wenigsten ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Wettbewerbern. Durch eine gezielte, auf die Zielgruppe abgestimmte und auf die Usability hin optimierte Kommunikation unterscheiden Sie sich hingegen immer von der Konkurrenz und bleiben, was Sie sein wollen und vermutlich auch sind: einzigartig.

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