Mit Streaming-Modellen Ihr Business revolutionieren.

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1. Einleitung

Meine Generation wuchs mit Mixtapes, CDs und VHS-Kassetten auf. Mit Videotheken, Fernseh- und Radioprogrammen, die uns vorgaben, wann wir wo Inhalte konsumieren und weitergeben sollten. Mit Werbepausen, DRM-Schutz und anderen Restriktionen. Soweit zur Vergangenheit, die noch gar nicht so lange her ist. Vor einigen Monaten änderte sich innerhalb von wenigen Tagen mein komplettes Verständnis, wie Medien konsumiert werden sollten. Ein persönlicher Erfahrungsbericht am Beispiel Musik.

Media Streaming ist einfach zu erklären. Der Streaming Provider stellt Inhalte bereit, die – meistens über das Internet – vom Endnutzer empfangen und konsumiert werden können. Dabei unterscheidet man zwischen Streaming Audio und Streaming Video. Media Streaming bildet damit ein Gegenstück zu klassischen Fernseh- und Radio-Broadcasting-Techniken.

2. Die Revolution – am Beispiel von Spotify

Anfang 2010 entdeckte ich Spotify, ein denkbar simpel zu bedienender Webdienst, mit dem sich jedes beliebige Musikstück abspielen lässt – egal wann und wo. Während sich der Dienst besonders in skandinavischen Ländern immer größerer Beliebtheit erfreut, ist Spotify in Deutschland und den USA noch nicht offiziell verfügbar, da eine Einigung mit der Musikindustrie noch aussteht.

Mit dem Interface – das ein wenig an iTunes erinnert – durchsucht der Nutzer den riesigen Musikkatalog, findet den gesuchten Track und spielt ihn ab. Einfacher geht’s nicht: Jeder Künstler, jedes Album, jedes Genre, alles sofort verfügbar. Ohne Begrenzung wie viel Musik man wie lange hören darf.
Der Dienst finanziert sich über Werbung, Kooperationen mit Künstlern sowie einer immer größer werdenden Gruppe von Premium-Kunden. Mittlerweile begeistert Spotify über 10 Mio. Nutzer, davon bezahlen derzeit ca. 6.5% monatlich etwa 10 Euro. Premium Kunden genießen den Vorteil, ihre Musik auch unterwegs oder ohne Internetverbindung anhören zu können. 10 Euro sind ein überschaubarer Betrag, wenn man bedenkt, dass ein Album alleine bis zu 30 Euro kostet und man dieses nicht ohne größere Probleme verteilen kann.

3. Veränderter Medienkonsum

Viele Verfechter der Musikindustrie stöhnen auf, wenn sie diese Kostenargumentation hören. Sie sehen ihre Erträge, mit denen sie sich viele Jahre gut ernähren konnten, schwinden.
Die Gegenwart verlangt nach Modellen wie Spotify, die verstanden haben, dass sich der Nutzer von heute nicht mehr mit dem Status Quo abfindet. Der Konsument stellt neue Ansprüche an die Medien-Industrie. Nicht, weil er die Rechte der Künstler nicht respektiert, sondern weil sich das grundsätzliche Konsumverhalten verändert hat.

DVDs, CDs und sogar Schallplatten haben für viele von uns einen emotionalen Wert, aber wir sind nicht mehr grundsätzlich darauf angewiesen. Manchmal möchten wir neue Musik entdecken und dabei nicht auf Radiosender, ausgetauschte MP3s oder CDs angewiesen sein. Wir möchten Musik empfehlen und empfohlen bekommen, ohne dass wir uns um Austauschformate, Rechte oder ähnliches Gedanken machen müssen. Wir möchten Inhalte konsumieren, sie aber im klassischen Sinne nicht mehr besitzen. Der Konsum von Medien mithilfe von Streaming-Technologien ist hier für den Endnutzer die einzig sinnvolle Alternative.

4. DVD – bald nur noch Geschichte?

Auch die Film-Industrie muss sich zukunftsfähige Modelle überlegen, wenn sie überleben möchte. Lange Zeit wehrte die Branche sich gegen Angebote wie Netflix oder den iTunes Store. Doch mittlerweile haben alle großen Studios Kooperationen geschlossen, um auch im Web mit Streaming-Angeboten präsent zu sein.

Apple hat bereits im Juli angekündigt, dass sie mittelfristig auf den Einbau von DVD-Laufwerken in ihre Geräte verzichten werden, da Download Angebote Lösungen wie DVD und Blu-ray schon sehr bald den Rang ablaufen werden. Und in der Tat, der Markt für Download-Filme wächst enorm und die Branche bewegt sich immer weiter in Richtung gestreamter oder gemieteter Inhalte.

5. Fazit

Die Medien-Industrie hat sich lange gegenüber neuen Modellen verwehrt. Statt neue Wege zu finden, um dem veränderten Medienkonsum entgegenzutreten, hat man sich lieber juristisch mit den Konsumenten auseinandergesetzt.
Spotify hat es tatsächlich geschafft, dass ich – von ganz wenigen Alben auf iTunes abgesehen – seit Jahren das erste Mal wieder bereit war, regelmäßig Geld für Musik auszugeben. Für Inhalte, die jederzeit und überall für mich verfügbar sind.

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