Rich Internet Applications zum Einsatz bringen.

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1. Die Evolution der Web-Anwendung

Vergegenwärtigen wir uns einmal die Weiterentwicklung eines Webdienstes der ersten Stunde: Dem Webmail-Dienst.

Früher gab es einfache Seiten zur Benutzung der eigenen Mailbox. Die wenigen verfügbaren Funktionen wurden auf einzelne Unterseiten verteilt und die Nutzerfreundlichkeit wurde ständig unterbrochen durch Ladezeit und einem daraus resultierenden weißen Bildschirm.

Hier von echter Benutzerinteraktion oder Usability zu sprechen, wäre falsch. Click-and-Wait war die Devise. Auf Grund von fehlendem direkten Anwendungs-Feedback könnte man auch schelmisch sagen: Click-and-Hope.

Heute jedoch laufen im Browser richtige Mail-Anwendungen, die eine zeitgleiche Ausführung unterschiedlicher Funktionen erlauben, hohe Usability bieten und sich wie eine richtige Anwendung anfühlen. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist Google Mail. Oder – ein weiteres nicht mehr wegzudenkendes Produkt aus dem Hause Google – Google Maps. Beide Anwendungen bieten einen großen Funktionsumfang und haben eines gemeinsam: Mit einer (Internet-)Seite hat das nicht mehr viel zu tun.

Solche Anwendungen werden allgemein als Rich Internet Applications (RIAs) bezeichnet.

Dabei beschreiben RIAs keine konkrete technische Umsetzung, sondern einen konzeptionellen Ansatz: Das Internet als Applikation.

2. Definition Rich Internet Applications

Eine allgemeingültige Begriffsdefinition für RIAs zu finden, wird schwierig.

Denn vielmehr ist der Begriff RIAs der Versuch, den durch die rasante technische Entwicklung des Internets immer häufiger und mächtiger werdenden Webanwendungen eine Namensschublade zu geben.

Das entscheidende Merkmal sind hierbei moderne und reichhaltige Benutzeroberflächen. Gut umgesetzt erlaubt eine Internet-Applikation Interaktionsmodelle, die der Benutzer nur so von „richtigen“ Anwendungen kennt.

Rich Internet Applications benötigen nicht immer zwangsläufig einen Browser, sondern können durchaus auch als eigenständige Applikation auf dem Client-Rechner installiert und ausgeführt werden.

Diese Tatsache lässt erkennen, warum die Definition von RIAs leicht in Widersprüche gerät und somit eher vorsichtig konkretisiert werden sollte. Zumal niemand wissen kann, was in naher und ferner Zukunft alles möglich sein wird.

Aber eines ist heute schon sicher: Der Unterschied zwischen Web- und Desktop-Anwendungen verwischt immer mehr und wird bald nicht mehr erkennbar sein.

3. Adobe AIR – Schwindende Abgrenzung zum Desktop

Um Rich Internet Applications nahtlos und einfach auf den Rechner der Benutzer zu bringen – ganz ohne Browser – bietet sich Adobe AIR an.

Adobe AIR verfolgt dabei ein sehr interessantes Konzept: Es nimmt eine HTML-oder flashbasierte Web-Anwendung und packt diese in eine auf verschiedenen Betriebssystemen installierbare Anwendung.

Im Prinzip handelt es sich um eine mit Webtechniken realisierte Anwendung, die vollkommen losgelöst vom Browser funktioniert. Adobe AIR stellt dabei betriebssystemübergreifend Funktionen wie Festplatten-Operationen oder Drag-and-Drop-Interaktion zur Verfügung.

Benutzer können AIR-Anwendungen direkt vom Webbrowser aus installieren. Der Web-Installer überprüft im Vorfeld, ob auf dem Rechner die AIR-Umgebung zur Verfügung steht und installiert dies gegebenenfalls nach. Eine echte Hürde, über die man sich so keine Gedanken machen muss.

3. Vorteile und Nachteile

Das Konzept der RIAs hat diverse Vor- und Nachteile, auf die wir kurz eingehen möchten:

Vorteile

  • Bei reinen Browser-Anwendungen ist keine Installation notwendig.
  • Für browserbasierte Webanwendungen: Updates und Bugfixes sind sehr schnell verteilt
  • Sehr positives Benutzererlebnis durch moderne Benutzeroberflächen
  • Hohe Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung möglich

Nachteile

  • Je nach technischer Basis ist die Installation eines Plugins notwendig
  • Evtl. Sicherheitslücken durch Browser bzw. Plugin
  • Je höher die Anzahl der möglichen Benutzer-Interaktionsmöglichkeiten ist, desto stärker ist die Ressourcenbelastung des Clients

4. Fazit

In den kommenden Generationen von Software-Anwendungen werden RIAs eine immer größere Rolle spielen, auch da die Konnektivität mit dem Internet jeden Tag an Bedeutung gewinnt und auch nicht mehr wegzudenken ist. (Stichwort: Cloud Computing)

Web-Anwendungen sind leicht zu starten, lassen sich je nach Anforderung sogar auf dem Client-Rechner installieren und stehen in Ihrem Selbstverständnis für eine – wie der Name schon sagt – hohe Reichhaltigkeit für den Benutzer.

5. Ressourcen

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